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Responsive Design: Die große Gleichmacherei

Responsive Websites weisen einen erstaunlichen Trend zur Uniformität auf — böse Zungen sagen, sie sähen alle gleich aus. Warum ist das eigentlich so? In diesem Artikel blicken wir ein bisschen über den Tellerrand und kommen von Responsive Design schließlich zu einer literarischen Technik, die auch David Bowie inspiriert hat.

Die Design-Community über die Ursachen

Ein Tweet startete die Diskussion:

Die Antworten darauf reichten von “just hate the copycat syndrome” bis zu “I think it’s a combo of laziness + ease of creation”. Einige Zeit später widmeten einige Autoren diesem Thema mehr Aufmerksamkeit.

Steven Bradley schreibt etwa, dass dieses Phänomen unter anderem auf den Lernprozess zurückzuführen ist, der in der Community gerade stattfindet. Responsive Design ist noch immer neu, und Designer kopieren erfolgreiche Designs unter dem Druck, schnell und produktiv arbeiten zu müssen.

DiFeterici and Crawford diskutieren in ihrem Podcast mehrere mögliche Ursachen für die Design-Monokultur bei responsive Websites. Unter anderem nennen sie den Mobile First-Designansatz und die Verwendung populärer Frameworks als partielle Ursachen (“sites look and react the same”). Ebenso meinen sie, dass die Fokussierung auf Frontend-Implementierungstechniken die Design-Sprache einschränke. Responsive Design sei eigentlich der falsche Ausdruck, da es dabei nicht um Design, sondern tatsächlich um Entwicklungstechniken gehe.

Was UX-Designer von David Bowie lernen können

Cut-Up bezeichnet eine aleatorische Methode aus der Literatur, Zufallselemente in den Schreibprozess einzuführen. Von Autoren wie William S. Burroughs, aber auch von Musikern wie David Bowie angewandt, stellt sie eine Art Remix-Technik für Texte dar.

Aber was hat diese literarische, aleatorische Technik mit Design zu tun?

Wie Steven Bradley meint, wir haben es hier mit einem Lernprozess einer neuen Technologie zu tun. Designer und Coder verwenden die sprichwörtlichen Code-“Snippets” und fügen sie in ihre eigenen Designs ein, um schnelle Fortschritte zu erzielen — sehr ähnlich zu einem Musiker, der beim Schreiben von Liedtexen nach Inspirationen sucht.


David Bowie erklärt die Cut-Up-Technik beim Schreiben seiner Lyrics (auf YouTube ansehen)

Es ist hier nicht von Bedeutung, dass hier fremder Code verwendet wird, sondern vielmehr, wie diese Code-Teile zu einem großen Ganzen zusammen gefügt werden. Richtig eingesetzt, kann das Aufbauen auf Bestehendem den Fortschritt beim Design beschleunigen.

Wir bei intuio haben unser eigenes responsive Framework entwickelt. Werft mal einen Blick drauf!

Cut-Up ist eine ganz wesentliche Grundkomponente von Design: das Verwenden von Vorhandenem in neuer Zusammensetzung ermöglicht einerseits neue Inspirationen, und andererseits, sich auf den Fortschritt des Designs zu konzentrieren und auf die Erkenntnisse Anderer aufzubauen.

Durch das kreative Zusammensetzen vorhandener Elemente entsteht hier im Optimalfall völlig neues Design. Aber wie kann man garantieren, dass man ein stimmiges Gesamtkonzept hat, dass sich responsive umsetzen lässt?

Diese Funktion übernehmen User Experience Designer, die sich allerdings ein neuen Herausforderungen gegenüber sehen: responsive Design erfordert das Erlernen neuer Design-Techniken und die Abkehr von gewohnten Designmethoden und -Tools.

User Experience- und Visual Designer sind hier gefordert, kreative und innovative Lösungen zu finden, die sich mit responsive Technologien auch umsetzbar sind und dessen Rahmenbedingungen von vornherein berücksichtigen. Und wenn man hier nicht einfallslos kopiert, sondern bestehende Elemente intelligent neu kombiniert, hat diese Technik großes Potenzial für Innovationen im UX-Design.

Zusammenfassend lässt sich also sagen:

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